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Herrschfeller Jung: Hans Wilhelm Saal möchte im historischen Bad Hersfelder Rathaus den Generationenwechsel vollziehen. Foto: privatHans Wilhelm Saal tritt noch einmal an

Der 53-jährige Diplom-Betriebswirt will bei der Bürgermeisterwahl als freier und unabhängiger Bewerber das Rathaus erobern und ein neues beziehen.

» BAD HERSFELD. - Wie der erfahrene Kommunalpolitiker am Freitag betonte, wird die „Zusammenführung der verschiedenen Verwaltungsstellen zu einem zukunftsfähigen und bürgernahen Dienstleistungszentrum“ inhaltlicher Schwerpunkt seines Wahlkampfes sein. Der in der Breitenstraße geborene und in Kohlhausen wohnende „Herrschfeller Jung“ will „den Generationenwechsel vollziehen und die Verwaltung in ein neues Zeitalter führen“. Sein „Knüller“: Im größtenteils leerstehenden „Fernmeldehochhaus“, das er als „Tor zur Innenstadt“ sieht, möchte er ein neues, zentrales Behördenzentrum einrichten und damit eine „attraktive Visitenkarte der Einkaufs- und Kulturstadt“ schaffen. „Unser repräsentatives historisches Rathaus wird selbstverständlich weiterhin für Sitzungen und Tagungen zur Verfügung stehen und auch als Standesamt genutzt werden können“, erläuterte Saal. „So schnell wie möglich möchte ich allerdings die auf verschiedene Standorte verteilte Verwaltung aus Effektivitäts- und Kostengründen an einem Ort zusammenführen.“

Seine Erfahrung aus vielen Jahren Führungsverantwortung in der freien Wirtschaft und aus seiner Tätigkeit als „amtlicher“ Wirtschaftsförderer möchte Saal beim Umbau der Verwaltung zielorientiert und „mit dem Herzen eines Hersfelders“ einbringen. Er will „dialogorientiert“ führen und neue Führungskultur vorleben: „Nur das ist der Weg zu einer Verwaltung, die unserer Zeit entspricht und die neue Kräfte freisetzt.“

- Warum er als CDU-Mitglied als Unabhängiger antritt? „Ich habe mein Interesse angemeldet, vom Stadtverbandsvorstand („Der wird sich kurzfristig überleben!“) aber keine Rückmeldung bekommen. Die ohne Mitgliederbefragung getroffene Entscheidung, Martin Gröll zu unterstützen, halte ich für falsch. Außerdem habe ich meine CDU-Mitgliedschaft ruhend gestellt!“

- Wie er seine Chancen sieht? „Die Gesamtkonstellation ist es wert, den Hut in den Ring zu werfen. Die anderen Kandidaten werden das von Boehmer hinterlassene Loch nicht füllen können. Insoweit finde ich es auch gut, dass Boehmer das Projekt „Schilde-Gelände“ fortführt.“

Zur Person

Bürgermeisterkandidat Nr. 5 ist seit 22 Jahren verheiratet und hat zwei Söhne. Schon seit vielen Jahren engagiert er sich in der Kommunalpolitik und damit verbunden auch in den Aufsichtsräten der städtischen Gesellschaften. Willi, wie ihn fast jeder nennt, spielt gerne Handball und Badminton und „Spazierläufe mit Husky-Hündin Leila“ gehören ebenfalls zu seinen Hobbies.

Was Willi genau will, lesen Sie nachfolgend. (apl)

Neues Behördenzentrum: So könnte das neue Rathaus der Kreisstadt bald aussehen. Grafik: privat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das hat sich Hans Wilhelm Saal für seinen Wahlkampf auf die Fahnen geschrieben:

» Bad Hersfeld will mehr. Unter diesem Motto trete ich als unabhängiger Bewerber für die Wahl als Bürgermeister und Verwaltungschef der Kreisstadt Bad Hersfeld an. Eine völlig veränderte Ausgangslage im Vergleich zur Bürgermeisterwahl vor zweieinhalb Jahren und die bisher bekannten Aussagen der Kandidaten lassen leider darauf schließen, dass sich die Befürchtungen der Hersfelder bewahrheiten, die eine sechsjährige Phase der Stagnation erwarten. Eine solche Lern- und Ruhephase kann sich eine Kreisstadt vom Range Bad Hersfelds nicht noch einmal leisten (Intermezzo W. Weiss).

Die laufenden Projekte:

  • wie etwa der Schilde-Park mit Gesamtinvestitionen von 30 Millionen Euro
  • die Vitalisklinik und deren Weiterentwicklung mit 7 Millionen Euro Invest und 100 Mitarbeitern
  • die Stadtwerke mit ebenfalls 100 Mitarbeitern und ihren Anpassungen an den Energiemarkt und möglichen weiteren Geschäftsfeldern
  • der gesamte Themenkomplex Festspiele / Oper/ Stadtmarketing

spiegeln nur die eine Seite der Medaille wider. Entscheidend ist - und das ist die Grundlage einer zukünftigen, prosperierenden Entwicklung von Bad Hersfeld - die Arbeit des Verwaltungschefs.

Als Vorgesetzter von weit über 200 Mitarbeitern gilt es nun, den Generationenwechsel zu vollziehen und die Verwaltung in ein neues Zeitalter zu führen.

Es wird ein hartes Stück Arbeit sein, immer mit Blick auf Kosten, Effizienz, Bürgernähe, Transparenz und Motivation eine dialogorientierte Führung aufzubauen. Nur dies ist der Weg zu einer Verwaltung, die unserer Zeit entspricht, um neue Kräfte freizusetzen. Die neue Führungskultur kann man nicht verordnen, man muss sie leben. Eine neue Amtsstruktur, ein schlagkräftiges Behördenzentrum – all dies hat Priorität vom ersten Tag an. Für Einarbeitung und Gutachten ist weder Zeit noch Geld da.

Ich will die Chance nutzen, die auf verschiedene Standorte in der Stadt verteilten Behörden zentral an einem Ort unter Kostengesichtspunkten zusammen zu führen. Unser historisches, repräsentatives Rathaus wird selbstverständlich auch weiterhin als Tagungs- und Sitzungssaal für offizielle Empfänge, die Arbeit der Fraktionen und der städtischen Gremien sowie als Standesamt genutzt. Das neue, zentrale Behördenzentrum am Tor zur Innenstadt wird unter anderem auch aus städtebaulicher Sicht eine attraktive Visitenkarte der Einkaufs- und Kulturstadt Bad Hersfeld abgeben.

Meine Erfahrungen aus vielen Jahren in Führungsverantwortung in der freien Wirtschaft sowie in den letzten Jahren als Wirtschaftsförderer in einer Amtsstruktur möchte ich bei dem Umbau zu einer bürgernahen und dienstleistungsorientierten Verwaltung zielorientiert einbringen. Für die Zukunft Bad Hersfelds ist dies die Grundlage. Dies umzusetzen mit dem Herzen eines Hersfelders ist für mich Motivation genug. Denn: Bad Hersfeld will mehr.

Ich wurde 1957 in der Breitenstraße in Bad Hersfeld geboren und bin dort aufgewachsen. Ich bin seit 22 Jahren mit meiner Ehefrau Heidi verheiratet. Wir haben zwei Söhne: Jan (21) und Henrik (18). Als diplomierter Betriebswirt war ich viele Jahre in leitender Position in der freien Wirtschaft tätig, die letzten Jahre als Wirtschaftsförderer. Ehrenamtlich bin ich seit vielen Jahren in der Hersfelder Kommunalpolitik und den Aufsichtsräten der städtischen Gesellschaften engagiert. Zu meinen Hobbys gehören Handball, Badminton und ausgedehnte Spazierläufe mit Husky-Hündin Leila.

Kommunaler Dienstleister:

Die Zukunftsfähigkeit der Kreisstadt Bad Hersfeld basiert auf einer bürgernahen und kosteneffizienten Verwaltung. Hier werden Kräfte für mehr Beschäftigung geschaffen.

Wir haben heute die einmalige Chance durch eine veränderte Organisationskultur den Fortschritt und die Leistungsfähigkeit zu steigern.

Eine dialogorientierte Führung ist nicht nur zeitgemäß, sondern bringt Kundenorientierung und Zeitgewinn. Dies gilt insbesondere für einen zentralen Standort am Stadtring. Die Möglichkeit, die Verwaltung an dieser Stelle zu platzieren, ist ein entscheidender Gewinn für Bad Hersfeld in Bezug auf Stadtentwicklung, Kosteneinsparung, Barrierefreiheit und Motivation der Mitarbeiter, die zukünftig in einer lernenden Organisation für Bad Hersfeld mehr erreichen können und müssen.

So wird es künftig, ohne neues Personal einzustellen, eine Stelle für demographische Entwicklungsplanung geben, um die Querschnittsaufgabe unserer Stadt und Region vom Reden zum Handeln zu bewegen. Leerstand, medizinische Versorgung, sowie Kindergärten, Schule und ÖPNV sind die Bereiche, die durch die gesellschaftlichen Veränderungen direkt betroffen sind. Ebenso gilt es, den Bedürfnissen der Senioren gerecht zu werden.

Gleiches gilt für den sich ständig weiterentwickelnden Bereich der EDV, der bei falscher Struktur sich zu einem Fass ohne Boden entwickeln kann. Qualität muss messbar sein, welches mit Kennzahlen zum Bereich Wirtschaftlichkeit, Kundenzufriedenheit, Auftragserfüllung und Mitarbeiterzufriedenheit nicht nur den Entscheidungsträgern, sondern auch den Bürgern wichtige Informationen gibt.

Städtische Gesellschaften:

Die städtischen Gesellschaften haben einen direkten Einfluss auf den Haushalt der Kreisstadt und sind somit auch vom Bürgermeister zu verantworten. Der Schilde-Park wird wie in der Beschlussvorlage vereinbart im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt entwickelt. In die Veranstaltungshalle, die im Innenausbau Investitionen von ca. 5 Millionen Euro erfordert, wird nur investiert, wenn dies ohne Kreditaufnahme möglich ist. Als Zwischennutzung kann die Halle für Musik- und Kulturveranstaltungen genutzt werden.

Als neues Geschäftsfeld sollen die Stadtwerke ein leitungsgebundenes, Hochgeschwindigkeits-Internet für unsere Stadt und Stadtteile aufbauen, das in Zusammenarbeit mit der Thüga-Meteringservice GmbH (eine Unterbeteiligung unseres Stadtwerke-Gesellschafters) Tochter entwickelt und vermarktet wird. Zudem werde ich mich auch weiterhin für faire Energiepreise der Stadtwerke einsetzen.

Um das Thema mehr Arbeitsplätze für Bad Hersfeld zu werben, ist der Megamarkt Gesundheit weiter zu erschließen. Sowohl Bäder- als auch Kurbetrieb sind gebündelt über das Stadtmarketing zu bewerben. Eine Spitzenstellung nimmt hierbei die Vitalisklinik ein, die mit ihren Arbeitsplätzen für unsere Stadt zu sichern ist. Es muss zudem gelingen, weitere Indikationen im Reha-Bereich nach Bad Hersfeld zu holen. Als Betriebswirt im Gesundheitswesen ist dies für mich ein Hauptaugenmerk, um weitere Arbeitsplätze in der Gesundheitsbranche anzusiedeln.

Ich bin zufrieden, dass in den vergangenen beiden Jahren seitens der Stadt entschieden wurde, ein professionelles Stadtmarketing aufzubauen. Hierfür wurde eine Stelle im Kurbetrieb geschaffen, die in Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Stadtmarketingverein die Innen- und Außendarstellung der Stadt Bad Hersfeld verstärken soll. Da diese Stelle aus bekannten Gründen neu besetzt werden musste, ist es zielführend, dass der neue Kurdirektor die Gelegenheit bekommt sein Fachwissen in konkrete Projekte einmünden zu lassen. Selbstverständlich gehe ich von einer engen Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketingverein aus, wobei zu prüfen ist, ob die Vermarktung der Festspiele über diese Schiene zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist.

Langfristig sind die Bad Hersfelder Festspiele nur über eine entsprechende Stückeauswahl, die die Menschen erreicht, auf wirtschaftlich gesunde Beine zu stellen. Dafür bedarf es eines Zusammenspiels der für die Festspiele verantwortlichen Bereiche, in dem zukünftig auch die Oper nicht ausgeklammert werden sollte. Eine zielorientierte Stadtentwicklung bedeutet auch den weiteren Ausbau der touristischen Infrastruktur, die den Lückenschluss der gut ausgebauten Radwege ebenso beinhaltet wie die immer wieder neu entfachende Diskussion um einen Camping- und Caravanplatz in der Stadt.

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