Eine Strapaze für die Lachmuskeln Druckbutton anzeigen? E-Mail

» Die alternde Witwe Ulrike Sprosser (Tamara Stern) treibt Phillip Klapproth (Fritz Hammel) beinahe in den Wahnsinn. Foto: FestspieleDie „Pension Schöller" feierte Premiere

Das 1890 in Berlin uraufgeführte Theaterstück von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs gilt zu Recht als der Schwank unter den Schwänken.

» BAD HERSFELD. - Abgedrehter, grotesker und irrwitziger geht es kaum noch. Die von Gerhard Alt und Tina Carstens mächtig entstaubte „Pension Schöller" entzückte die Festspielgänger im Schloss Eichhof. Einen großen Anteil daran hatte das Ensemble, das nur so voller Spielfreude strotzte.

Allen voran Fritz Hammel als Großgrundgrundbesitzer Phillip Klapproth, der zu gerne einmal von seinem Neffen Alfred (Patrick Rupar) eine Irrenanstalt von innen gezeigt bekommen und echte Wahnsinnige erleben möchte. Dafür verspricht er ihm, ihm bei einer Geschäftsgründung unter die Arme zu greifen. Gesagt getan: Doch führen Alfred und sein Freund Ernst Kissling (Steffen Klewar) den alten Klapproth nicht in eine Irrenanstalt, sondern in die Pension Schöller, deren Gäste ziemlich exzentrisch sind. Hier wird er von einer alternden Witwe verfolgt (Tamara Stern), die ihre Tochter Friederike (Claudia Graue) unbedingt mit einer guten Partie verkuppeln will. Die übrigen Pensionsgäste, ein Großwildjäger (Daniel Rohr), eine Schriftstellerin (Sibylle Gogg), ein Major (Georg Münzel) und ein Möchte-Gern-Schauspieler mit einem Sprachfehler (ebenfalls Georg Münzel), rauben Klapproth den letzten Nerv. Die Situation eskaliert, als der, zurückgekehrt auf seinen Landsitz, von den vermeintlichen Irren besucht wird.

Wo liegt sie denn nun, die Grenze zwischen normal und verrückt? Gibt es überhaupt eine? In der „Pension Schöller" zumindest nicht. Hier ist das ganze Leben von komischen, absurden und grotesken Momenten bestimmt. Wenn etwa Eugen voller Ernsthaftigkeit, mit seinem Sprachfehler kämpfend, aus Werken von „Schinner", „Kneist" oder gar Shakespeares „Othenno" rezitiert und verblüfft feststellt: „Mir ist eine Fniege in den Hans geflogen", ist die Spitze des Eisbergs eigentlich erreicht.

Mehr geht nicht. In der „Pension Schöller" schon: Ein witziges Feuerwerk folgt auf das nächste - die reinste Strapaze für die Lachmuskeln. (sh)

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