Pressemitteilung des Ortsbeirates Ersrode
Nachdem den Gemeindevertretern, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Ludwigsau und den beiden Fraktionsvorsitzenden in der Gemeindevertretung Ludwigsau, bereits seit dem 30.01.2012 eine Liste mit insgesamt 55 Unterschriften, gegen die Doppelbelastung einer geplanten 380.000 Volt- Höchstspannungsleitung in Verbindung mit 6 - 10 Groß-Windanlagen im Bereich Ersrode/Hainrode vorliegt, und von dort keine Reaktion erfolgte, hat der Ortsbeirat von Ersrode in seiner Sitzung am 13.02.2012 beschlossen:
Der Ortsbeirat lehnt wegen der zu erwartenden 380-KV-Leitung den Bau von 6 – 10 WEA's ab und fordert zum Termin der anstehenden Bürgermeisterwahl eine Bürgerbefragung hinsichtlich der Windenergieanlagen. Hier sollen alle Bürger aus Ersrode/Hainrode die Möglichkeit haben sich für oder gegen die Windkraftanlagen auszusprechen. Auch beim Bürgermeister Baumann scheint hier ein Umdenken stattgefunden zu haben. So erklärt er in der örtlichen Presse am 19.02.2012 bzw. 20.02.2012 zum Thema "Bürger wollen Windpark":(in Mecklar/Meckbach)
"Wir erwarten nicht, dass alle eine Windenergieanlage toll finden, es müssen aber mehr als 50 % sein. Das ist nun mal so in einer Demokratie" Wir betonen: wir sind nicht gegen alternative Energien! Wir sind aber gegen die Doppelbelastung. Bei uns gibt es Photovoltaik und Holz-/ Holzpelletsanlagen mit über durchschnittlicher Energieeffizienz. Jeder Einzelne hier hat bisher nach seinen eigenen Möglichkeiten seinen Beitrag zur Co2-Minderung geleistet. Auch wenn man der Meinung ist, dass Einzelschicksale von ca. 600 Bürgern, im Hinblick auf übergeordnete parteiliche Ziele zu vernachlässigen seien, sollten gerade die politischen Gremien die Erhaltung menschlichen Lebensraumes aktiv unterstützen. Bei anscheinend gleichartigen infrastrukturellen Belastungen im Fuldatal, im Rohrbachtal und im Beisetal ist zu bedenken, dass allein auf Grund der geografischen Gegebenheiten zwangsläufige Benachteiligungen der hier lebenden Menschen vorliegen.
In Ersrode/Hainrode geht es um 6 - 10 WEA's und eine nicht vermeidbare 380-KV-Leitung im Bereich der Trassenführung der bereits bestehenden 110-KV-Leitung. Uns wurde immer suggeriert: Wenn das eine kommt, kommt das andere nicht. So bewerten wir auch den Beschluss der Gemeindevertretung vom August 2010 für den Bau der WEA's, immer unter der Maßgabe, dass die 380 KV-Leitung über die "Ost- Tangente geführt würde und es deshalb zu keiner zusätzlichen Doppelbelastung kommt. Um nocheinmal das infrastrukturelle Ungleichgewicht in der Gemeinde darzulegen, weisen wir darauf hin, dass die Grundstückspreise im Fuldatal bei 50,00 bis 60,00€ für erschlossenes Bauland liegen; im Beisetal liegen die Preis zwischen 15,00 bis 20,00€. Wenn die Menschen hier zu weiteren Belastungen verdonnert werden sollen, so ist das einfach unbillig; es widerspricht eindeutig dem solidarischen Grundgedanken in einem demokratischen System. Letzendlich war gerade für Neubürger in Ersrode/Hainrode die unbelastete Natur ein Argument für den Zuzug.
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