Polizeipräsidium Osthessen
Der Polizeipräsident Alfons Georg Hoff stellt die "Polizeiliche Kriminalstatistik 2011" im Detail vor.
HEF-ROF. - Bei einem deutlichen Straftatenrückgang von sechs Prozent - um 1.369 Fälle auf 21.431 Delikte - konnte das Polizeipräsidium Osthessen mit einer Aufklärungsquote von 62 Prozent erneut seinen Spitzenplatz in Hessen behaupten. Mit diesem herausragenden Erfolg - so Polizeipräsident Hoff anlässlich der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2011 - ist ein Ergebnis erzielt worden, das 3,5 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt (58,5 Prozent) liegt. Dies belege eindrucksvoll, dass neben der entschlossenen Kriminalitätsbekämpfung auch die vielfältigen Präventionsbemühungen Wirkung zeigen.
Obwohl die Wohnbevölkerung in den drei osthessischen Landkreisen um 2.621 Einwohner auf 448.939 Einwohner abgenommen hat, ist die Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) von 5.049 auf 4.774 und damit erstmals in Osthessen unter 5.000 gesunken. Sie unterschreitet auch die Häufigkeitszahl des ganzen Bundeslandes von 6.541 deutlich.
Die Anzahl der Straftaten gegen das Leben hat von 20 auf 25 dieser schwersten Delikte zugenommen, wobei die Aufklärungsquote von 75 auf 84 Prozent gesteigert werden konnte.
Die Gewaltdelikte insgesamt sind um 40 Fälle (5,7 Prozent) von 699 auf 739 Delikte leicht angestiegen.
Die Anzahl der Raubstraftaten ist mit 129 Delikten (Vorjahr 127 Fälle) - nach einem über 20-prozentigem Rückgang im vorausgegangen Jahr - fast gleich geblieben.
Bei den in der Kriminalstatistik nach Delikten zusammen gefassten "Rohheitstaten" ist - bei einer Aufklärungsquote von 89,6 Prozent - ein Rückgang um 137 Straftaten (4,8 Prozent) auf 2.714 Fälle festzustellen. In dieser Zahl sind 1.956 Körperverletzungsdelikte enthalten, die von 1.884 Fällen ausgehend, also um vier Prozent, leicht zugenommen haben.
Die Straßenkriminalität ist in Osthessen von 3.746 um 147 Delikte (3,9 Prozent) auf 3.893 Fälle leicht angestiegen. Damit sich der kontinuierlicher Rückgang seit dem Jahr 2002, als in diesem Deliktsbereich noch 5.828 Fälle registriert wurden, fortsetzt, gilt es, die intensiven Präventions-, Streifen- und Präsenzkonzepte in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den osthessischen Städten und Gemeinden konsequent und engagiert weiter zu entwickeln, so Polizeipräsident Hoff bei der Vorstellung der Kriminalstatistik. Polizeirektor Lothar Wiese unterstrich als Leiter der Polizeidirektion Fulda, dass sich insbesondere im Bereich der Straßendelikte durch eine erhöhte Sensibilisierung der Bevölkerung das Anzeigeverhalten positiv verändert habe, auch wenn dies zunächst zu etwas höheren Fallzahlen führe.
Die sogenannten einfachen Diebstähle und schweren Diebstähle haben sich seit dem Jahr 2002 von 11.396 auf 6.602 Fälle im Berichtsjahr nahezu halbiert. Die einfachen Diebstähle konnten um 74 Fälle (1,7 Prozent) auf 4.343 Delikte zurückgedrängt werden. Die schweren Diebstähle sind von 2.569 Fällen um 310 (12,1 Prozent) auf 2.259 Fälle deutlich zurück gegangen.
Im Bereich des Wohnungseinbruchs ist in Osthessen ein Anstieg um 22 Fälle (7,5 Prozent) von 294 auf 316 Einbrüche registriert worden. Diese das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders beeinträchtigenden Straftaten liegen zwar noch deutlich unter dem Spitzenwert des Jahres 2006 mit 345 Fällen, fordern aber dennoch unsere besondere Aufmerksamkeit. Neben besonderen Präventionsaktivitäten, wie zum Beispiel Aufklärungs- und Beratungsangeboten an potentielle Opfer, wird die polizeiliche Präsenz in Wohngebieten durch den Einsatz operativer Kräfte ebenso verstärkt, wie die konzentrierte Sachbearbeitung in speziellen Arbeitsgruppen, versichert Polizeipräsident Hoff.
Autoaufbrüche haben nach rasanten Rückgängen in den letzten vier Jahren in 2011 erneut deutlich, und zwar um 172 Fälle (28,9 Prozent), auf 424 Aufbrüche abgenommen. Das ist in diesem Deliktsbereich, verglichen mit dem Jahr 2002 mit 1993 Fällen, nur noch etwa ein Fünftel der Fallzahlen.
Vermögens- und Fälschungsdelikten nahmen deutlich um 793 Fälle (12 Prozent) von 6.582 auf 5.789 Delikte ab. Diese Deliktsgruppe stellt in Osthessen mit 27,6 Prozent - nach den Diebstahlsdelikten mit 30,8 Prozent - den zweitgrößten Anteil am Gesamtstraftatenaufkommen.
Die auch im abgelaufenen Jahr umfangreich durchgeführten polizeilichen Kontroll- und Ermittlungsaktivitäten führten zu einem Rückgang der Rauschgiftdelikte von 1.239 auf 1.082 Fälle. Das sind 157 Delikte (12,7 Prozent) weniger als im Vorjahr. Im Bereich der besonders schwerwiegenden Rauschgiftdelikte des Handels und Schmuggels gingen die aufgedeckten Rauschgiftstraftaten um 77 Fälle (35,5 Prozent) von 217 auf 140 Delikte zurück.
Insgesamt wurden im abgelaufenen Jahr 3.509 Bürgerinnen und Bürger Opfer von Straftaten (30,6 Prozent im Alter unter 21 Jahren), davon 836 Opfer von Gewaltkriminalität (34,5 Prozent unter 21 Jahre).
Im Jahr 2011 konnten in Osthessen 9.346 Tatverdächtige (im Vorjahr: 9.728 Personen) ermittelt werden, von denen 77,8 Prozent männlichen Geschlechts waren. Der Anteil der Kinder betrug 280 Personen (3 Prozent), der Jugendlichen (14 - 18 Jahre) 885 (9,5 Prozent); Heranwachsende (18 - 21 Jahre) waren mit 910 (9,7 Prozent) enthalten und Erwachsene über 21 Jahre mit 7.271 (77,8 Prozent). Um dem erhöhten Anteil von jugendlichen und heranwachsenden Tatverdächtigen an der Gewaltkriminalität entgegen zu wirken, nannte Kriminaldirektor Matthias Weber beispielsweise die Fortführung des landesweiten Programms "BASU 21"(Besonders auffällige Straftäter unter 21 Jahren) sowie die erfolgreiche Arbeit der "EG MIT" (Ermittlungsgruppe Mehrfach-Intensiv-Täter). Unabhängig davon sei ein weiterer Schwerpunkt die Bekämpfung der Internetkriminalität und die Prävention in diesem Deliktsbereich, so der Leiter der Kriminaldirektion.
Mit den hervorragenden Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik beweist das Polizeipräsidium Osthessen den Erfolg seiner auch im vergangenen Jahr geleisteten Arbeit, betont Polizeipräsident Hoff. Das Ergebnis sei Ansporn, auch die kommenden Herausforderungen zum Wohle der osthessischen Bürgerinnen und Bürger zu meistern und an einem weiteren Straftatenrückgang bei gleichzeitig hohem Aufklärungsniveau zu arbeiten.
Diese ausgesprochen positive Bilanz sei insbesondere durch das Zusammenwirken aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Osthessen und nicht zuletzt durch eine aufmerksame und mit der Polizei vertrauensvoll zusammenarbeitende Bevölkerung möglich gewesen, hob Polizeipräsident Alfons Georg Hoff abschließend hervor. |