Orkan Kyrill fegte 2007 über die Region
Orkan Kyrill sorgte 2007 für verwüstete Wälder. Wie sieht es heute, fünf Jahre nach dem Orkan, in der Region aus?
HEF-ROF. - „Wir hatten in einer Nacht soviel Schadholz wie sonst in zwei Jahren", erzählt Dr. Hans-Werner Führer, Dienststellenleiter des Forstamts Rotenburg. Der 18. Januar 2007 beschäftigte die Fuldastädter noch bis ins Jahr 2009.
Denn die Nacht auf den 19. Januar war in ganz Europa geprägt durch den Orkan Kyrill. Er fegte mit teilweise über 200 Stundenkilometer über den Kontinent. Auch Waldhessen blieb nicht verschont. „In einem normalen Jahr fallen bei uns etwa 140.000 Kubikmeter Schadholz an, 2007 waren es 220.000", so Führer. Es folgten Aufräumarbeiten, für die Unternehmer mit speziellen Geräten engagiert werden mussten, Bäume wurden nachgepflanzt und das viele Holz musste an den Mann gebracht werden. Keine leichte Aufgabe, denn auch andere Forstämter waren stark vom Sturm betroffen. So war das Angebot sehr hoch und der Preis dementsprechend gering. Noch bis ins Jahr 2009 bestimmten die Folgen des Orkans den Arbeitsalltag des Rotenburger Forstamts.
Schädlinge in toten Bäumen
Besonders Fichten haben unter Kyrill gelitten. „Sie sind sehr labil, im liegenden Zustand sammeln sich schnell Borkenkäfer in ihnen an", erklärt der Dienststellenleiter. Daher hieß es: schnell handeln, denn die Käfer sind schädlich. Wenn sie durch den Wald fliegen, beschädigen sie noch gesunde Bäume. In 2008 und 2010 folgten weitere Stürme, die für die Region jedoch relativ harmlos abliefen. Andere deutsche Wälder habe es schlimmer getroffen. „So etwas passierte schon immer und wird auch weiterhin passieren. Man kann die Ausmaße vorher nie abschätzen", erklärt Führer. Auch Vorbeugungsmaßnahmen seien schwer zu treffen. „Man kann ja den Wald nicht einfach abschließen", so Dr. Hans-Werner Führer.
Kyrill brachte Unkosten und Zerstörung. In den Wäldern der Region sind fünf Jahre nach dem Orkan die Schäden zum größten Teil beseitigt. |