"Prekäre Arbeitsverhältnisse, falsch gestellte Weichen" Druckbutton anzeigen? E-Mail

Stefan Körzell (DGB).Stefan Körzell (DGB) zum Arbeitsmarkt im Wintermonat

Vor wenigen Stunden veröffentlichte die Bad Hersfelder Agentur für Arbeit die Arbeitslosenquote für den Wintermonat Januar. Jetzt meldete sich der DGB-Vorsitzende Stefan Körzell zu diesen Zahlen zu Wort.

 

„Mit dieser Entwicklung haben wir gerechnet", erklärt der DGB-Vorsitzende Stefan Körzell aus Bad Hersfeld zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen von Hessen. Die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung steige kräftig an, vor allem in Nordhessen. „Das Weihnachtsgeschäft ist nun vorbei, die vielen Arbeitskräfte bei den Logistikern werden nicht mehr benötigt. Genau, wie wir das bereits im Dezember vorhergesagt hatten. Damit wird deutlich, wie prekär diese Arbeitsverhältnisse sind. Außerdem muss man sich doch wundern, dass eine Winterarbeitslosigkeit gemeldet wird, wo es bisher keinen Winter gegeben hat." Im Bauhaupt- und -nebengewerbe habe die Arbeitslosigkeit trotz des bisher milden Winters zugenommen.

Aber auch die Einsparmaßnahmen bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik machten sich mittlerweile bei der Arbeitslosenquote bemerkbar, so der DGB-Bezirksvorsitzende. Hier habe die Politik die falschen Weichen gestellt. Nicht weniger, sondern genau soviel oder sogar mehr Geld müsse aufgewendet werden, um Bezieher von Hartz IV in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dies gelinge offensichtlich nicht, was leicht daran zu erkennen sei, dass die Arbeitslosenquote bei den Empfängern von Hartz IV im Januar zugelegt hat. Dies, führt Körzell aus, sei ein eindeutiges Zeichen für die Sparmaßnahmen, die sich nunmehr bei den Arbeitslosen bemerkbar machten. Es sei aber auch ein Beleg dafür, dass viele Arbeitnehmer sofort nach der Beschäftigung wieder in Hartz IV fallen würden, weil ihre Arbeitsverhältnisse nicht lange genug dauerten.

Besorgniserregend sei darüber hinaus, dass sich in dem an sich wohlhabenden Bundesland Hessen der Niedriglohnsektor auch bei Vollzeitbeschäftigten stark ausbreite. „Dies ist ein Umstand, der die Politik hierzulande aufrütteln muss", sagt der DGB-Vorsitzende.

NORDHESSEN / HEF-ROF. - Trotz milder Temperaturen schlägt der Winter auf dem hessischen Arbeitsmarkt durch. Kurz nach der Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen im Winter durch die Bundesagentur für Arbeit kommentiert auch der DGB die Statistik.
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