Was zählt wirklich in dieser Welt? PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Dirk Lorey   

Unsere Autos werden größer, schneller, komfortabler. Wir wohnen in Häusern, in denen wir uns Gedanken darüber machen, ob wir den Kühlschrank mit dem Internet vernetzen, damit der Käse automatisch nachbestellt wird, wenn wir ihn aufgegessen haben. Unsere Kinder besuchen Schulen, in denen sie nach modernen pädagogischen Kenntnissen ausgebildet werden. Wir verfügen über ein soziales System, das niemanden verhungern lässt. Wird es abends dunkel, drücken wir auf ein Knöpfchen, und es wird Licht. Unsere Gedanken kreisen um das nächste Urlaubsziel: Mallorca, oder darf es auch mal die Südsee sein? Trotzdem sind wir scheinbar nie zufrieden. Unser Leben wird scheinbar immer härter, Zukunftsängste plagen uns. Geht es unserer Firma auch morgen noch gut? Werden wir unseren Lebensstandard erhalten können? Oder droht uns der soziale Abstieg? Weniger Geld, ein kleineres oder gar kein Auto mehr? Nicht mehr das neueste Handy, mit dem man die ganze Welt in der Hosentasche mit sich trägt und mit Freunden selbst noch in der Namib-Wüste kommunizieren könnte?

Unzufrieden sind wir oft auch mit unserer Lebenssituation. Der Alltag wird immer hektischer, die Welt scheint sich ständig schneller zu drehen. Das, was gestern das Maß der Dinge war, ist heute schon überholt. Immer schnellere Kommunikation, immer mehr Produktivität; High-Tech findet heute selbst an Arbeitsplätzen statt, die früher von Menschen ausgefüllt wurden, die nur geringste Schulabschlüsse benötigten. Beständigkeit und Verlässlichkeit scheint es nicht mehr zu geben - nichts ist so beständig wie die Veränderung, mit der so mancher nicht mehr Schritt halten kann. In einer solchen Welt sind viele überfordert.

Wir leben digitalisiert und vollkommen vernetzt. Dabei haben wir verlernt, uns auf das Wesentliche zu besinnen, weil uns so vieles abgenommen wird. Die Probleme, die es in früheren Zeiten gab, spielen heute keine Rolle mehr. Wir haben immer mehr Besitz und Wohlstand angehäuft. Darüber haben wir nicht bemerkt, dass es genau dieser Besitz ist, der Besitz von uns ergriffen hat. Ohne geht es nicht mehr - unser Ballast, der uns lebensnotwendig erscheint, hat uns dekadent gemacht. Dazu kommen täglich neue Meldungen über die Ungerechtigkeit dieser Welt und die Schere, die zwischen den normalen Menschen „unten“ und den Reichen und Mächtigen „oben“ immer weiter auseinandergeht.

Mehr Licht“ waren Goethes letzte Worte. Mehr Licht kommt am Heiligen Abend. Nicht das Licht, das wir als strahlende LEDs am Weihnachtsbaum sehen. Sondern das Licht, das die Welt wirklich erhellt - das Licht, das Liebe und Erlösung aussenden, das wir nur mit dem Herzen, nicht aber mit den Augen sehen. Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie die Zeit der Ruhe des Weihnachtsfestes gemeinsam mit Ihren Liebsten genießen können. Dass Sie an diesem Weihnachtsfest erkennen, was in dieser Welt wirklich zählt: Liebe, Für- und Miteinander, Besinnung und Solidarität, nicht nur im engsten Kreis, sondern unter allen Menschen.

Wir haben so vieles in der Welt weiterentwickelt. Werden wir es irgendwann schaffen, uns so weit zu entwickeln, dass die Welt durch Liebe, Verständnis, Gerechtigkeit und Harmonie zusammengehalten wird? Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest!

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