Lebensfroh und unternehmenslustig
Rudolf Haas aus Bad Hersfeld feierte seinen 100. Geburtstag und die CDU Bad Hersfeld gratulierte ihm in Hünfeld.
BAD HERSFELD / HÜNFELD. – So einen Geburtstag erlebt man selten: Auf 100 Lebensjahre konnte in der vergangenen Woche der Bad Hersfelder Rudolf Haas zurückblicken. Mit zahlreichen Gästen feierte er diesen besonderen Geburtstag im Haus Bethanien in Hünfeld, in dem er seit dem Jahr 2005 seinen Lebensabend liebevoll betreut von der Tochter Erika Hühn und ihrem Mann Heinrich verbringt.
Zu den zahlreichen Gratulanten zählten auch Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel, Kreisbeigeordnete Dr. Friederike Lang, der Bad Hersfelder CDU-Vorsitzende Hartmut Ziehn und Pfarrer Christian Sack von der Katholischen Gemeinde aus Hersfeld-Hohe Luft, die dem Jubilar noch gute Jahre wünschten. Er habe schon oft auf den Lebensweg von Rudolf Haas zurückblicken können, sagte der Bürgermeister in seinen Glückwunschworten, und erinnere sich gern an Begegnungen, bei denen er viel über die Lebensleistung des Jubilars habe erfahren dürfen. Diese sei sicherlich davon gekennzeichnet, dass er aus kleinen bescheidenen Anfängen viel aufgebaut und auch im Ehrenamt besonderes geleistet habe. 72 Jahre sei er diesen Weg gemeinsam mit seiner vor zwei Jahren verstorbenen Ehefrau gegangen. Gerade in den letzten gemeinsamen Jahren, als es ihr gesundheitlich nicht gut gegangen sei, habe man spüren können, wie innig und liebevoll die Eheleute verbunden gewesen seien. Als sie verstorben war, habe er sich nicht zurückgezogen, sondern aktiv am Leben teilgenommen. So sei er regelmäßig Gast bei den Wohltätigkeitskonzerten, der Seniorenfastnacht oder auch der Seniorenfahrt. Kreisbeigeordnete Dr. Friederike Lang wird durch Rudolf Haas an ihr Studium erinnert. Damals habe sich ein Professor mit 100-jährigen wissenschaftlich befasst und dabei immer wieder erfahren, dass die Zufriedenheit auch nach einem schweren Lebensweg das Leben vieler 100-Jähriger kennzeichne. Das treffe sicher auch auf Rudolf Haas zu. Sie gratulierte auch für die Hünfelder CDU. Für die Bad Hersfelder CDU gratulierte Hartmut Ziehn, der auf das langjährige ehrenamtliche Wirken von Rudolf Haas, unter anderem als Stadtverordneter in Bad Hersfeld, einging. Daneben habe er sich mit großem Engagement dem Roten Kreuz und der örtlichen Kirchengemeinde gewidmet. Kennzeichnend für Haas war auch sein Einsatz für die katholische Arbeitnehmerbewegung, der er schon seit 1946 angehört. Dies rief Pfarrer Christian Sack in Erinnerung, der berichtete, dass sich Rudolf Haas gemeinsam mit seiner Frau große Verdienste um den Aufbau dieser katholischen Kirchengemeinde in Bad Hersfeld erworben habe.
Haas wurde 1912 in Kaaden an der Eger geboren, wo er das Schreinerhandwerk erlernte und die Meisterprüfung ablegte. Nach der Heirat mit seiner Frau Annemarie zog er 1938 nach Dresden, wo er als Soldat zum Kriegsdienst einberufen wurde und auf verschiedenen Kriegsschauplätzen in 13. europäischen Ländern für die Luftwaffe tätig war. 1944 geriet er in Rumänien in Kriegsgefangenschaft und wurde nach Russland deportiert. Erst 1947 wurde er nach Bad Hersfeld entlassen. Mit seiner Frau und den drei Kindern zog er zunächst nach Harnrode, wo es die Ehefrau mit den Kindern nach der Vertreibung 1946 verschlagen hatte. 1954 fand die Familie eine neue Heimat in Bad Hersfeld-Hohe Luft. Dort arbeitete Haas zunächst als Werklehrer für die amerikanischen Streitkräfte und wirkte bei den Herfelder Festspielen als Komparse und Dekorateur mit. 1956 wechselte er dann zu einer Möbelfirma, bei der er bis zu seinem Ruhestand 1976 blieb. Seine christliche und soziale Weltanschauung dokumentierte sich bereits 1933, als er sich der christlich sozialen Volkspartei in Österreich anschloss. Daran knüpfte er später als langjähriger Vorsitzender der KAB in Bad Hersfeld und seiner Tätigkeit für den christlichen Gewerkschaftsbund und die Ackermanngemeinde an. Viele Jahre war er auch aktiv im Roten Kreuz und von 1974 bis 1981 Stadtverordneter der CDU in Bad Hersfeld.
Besondere Verdienste erwarb sich Haas gemeinsam mit seiner Ehefrau beim Bau der katholischen Kirche St. Bonifatius im Bad Hersfelder Stadtteil Hohe-Luft. Kirchenbauten hatten auch schon zuvor seinen beruflichen Weg geprägt, wie er in seinen Dankesworten bekannte. So war er maßgeblich an der Innenausstattung der Kirchbauten in Eger und der Marienkirche in Karlsbad beteiligt und schuf die Inneneinrichtung für die Bibliothek des Klosters von Eger, die heute ein Museum ist.
Unvergessen sind für ihn auch Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer oder Papst Johannes Paul II bei dessen Besuch in Deutschland Anfang der 80-er Jahre. Wenn er auf seinen Lebensweg zurückblicke, sagte Haas, dann wisse er, dass ihn Gott durch die 100 Jahre gut geführt habe. |