Die Angst vor der neuen K4 geht um Druckbutton anzeigen? E-Mail

Land unter in Widdershausen

In Widdershausen stehen Keller unter Wasser, die Pumpen laufen, die Werra leckt gefährlich an der Uferkante. Im Dorf macht man sich große Sorgen um den geplanten Ausbau der Kreisstraße 4.

» HERINGEN-WIDDERSHAUSEN. - Im „Brunnenstübchen“ sprudelt das Wasser – dabei ist der Brunnen nicht wörtlich gemeint. Durch das Mauerwerk des idyllischen Ladens hat sich Grund- und Werrawasser gedrückt. Überall Tal des Ortes laufen die Pumpen, Sandsäcke sind ausgelegt. Die Widdershäuser fürchten neuen Regen, der die Werra vollends über die Ufer drückt.

» Überall laufen die Pumpen: In Widdershausen sind die Keller vollgelaufen.„Wir machen uns nicht nur wegen der Wetterlage Sorgen“, sagt Ortsvorsteher Thomas Mötzing. „Uns bedrückt vor allem der geplante Ausbau der Kreisstraße 4. Wenn die, wie geplant erhöht wird, wirkt das Ganze auf unser Dorf wie ein Trichter, der noch mehr Wasser in die Ortslage drückt. Deshalb wenden wir uns entschieden gegen eine Anhebung der Fahrbahn, die wie ein zusätzlicher Damm wirkt und weniger Wasser in die Überschwemmungsgebiete abfließen lässt. Hier ist der Landkreis gefordert!“ Mit seiner Ansicht steht Mötzing nicht alleine – am Freitagvormittag herrschte im Dorf geschäftiges Treiben. Alles, was Beine hatte, war mit Sicherungsmaßnahmen beschäftigt. Ohne Gummistiefel ging angesichts der Überflutungen in dem Werra-Dorf nichts mehr. Die Feuerwehr musste ein Fahrzeug aus den Fluten bergen, Nachbarn halfen sich gegenseitig mit Sicherungsmaßnahmen, Landwirte stellten Traktoren und Anhänger zur Verfügung, um Sandsäcke zu transportieren und auszulegen. Die Stimmung in Widdershausen ist angespannt, im Mittelpunkt der Diskussionen stehen immer wieder die K4 und das Bauvorhaben, das aus dem Landratsamt in Bad Hersfeld gesteuert wird.

» Wasser ohne Ende. Wenn es weiter regnet, werden die Keller der Werra-Anlieger, ohnehin schon durch Grundwasser beschädigt, volllaufen. Die Widdershäuser befürchten eine Verschärfung der Situation durch den geplanten Umbau der K4. Weitere Bilder aus Widdershausen in unserer Galerie.Michael Adam, Pressesprecher des Landkreises, zeigte großes Verständnis für die Sorgen der Widdershäuser. Er sagte auf KLARTEXT-Anfrage: „Wir müssen uns bei den Baumaßnahmen der K4 auf die Aussagen der qualifizierten Wasserbauingenieure verlassen. Aus der hohlen Hand heraus wird in Widdershausen nichts gebaut. Der Kreis verfügt über Spezialisten, die zum Beispiel den Hochwasserschutz an der Fulda in Ludwigsau perfekt geplant haben.“ Sobald die Gutachten Ende des Monats vorliegen, will Landrat Dr. Schmidt die Planungen auf einer Bürgerversammlung in Widdershausen vorstellen. „Ohne oder sogar gegen die Bevölkerung in Widdershausen wird nicht gebaut“, sagte Adam. Die Baumaßnahme an der K4 werde Retentionsflächen für das Werra-Hochwasser beinhalten.

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