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| Was war, geht mit |
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| Freitag, den 13. Januar 2012 um 20:50 Uhr |
Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr 2012 ist erst 14 Tage alt. Also quasi noch ein Neugeborenes, frisch und sauber. Aber irgendwie ist alles schon wieder beim Alten. Weihnachten, Silvester, Neujahr – gefühlt schon „ewig" her. Das neue Jahr hat den Reiz des Neuen bereits wieder verloren, jedenfalls für mich, und ich denke, vielen von Ihnen geht es ähnlich. Das mag daran liegen, dass die Schule wieder begonnen hat, dass viele, die ein paar Urlaubstage genommen hatten, wieder zur Arbeit müssen, dass Feiertage eben Feiertage sind und Alltag eben Alltag ist. Es mag auch daran liegen, dass gerade der Jahreswechsel uns daran erinnert, dass die Zeit vergeht, unsere (Lebens)Zeit. Und sicher liegt es auch daran, dass wir die „Altlasten" des vergangenen Jahres nicht einfach zurücklassen können. Es geht uns da nicht anders als dem Bundespräsidenten: Was war, geht mit, und manches verfolgt uns regelrecht. Da tut es gut, sich in diesen ersten Tagen und Wochen des neuen Jahres zu erinnern: „Meine Zeit steht in Gottes Händen" (Psalm 31,16). Die Zeit, die kommt: In Gottes Hand. Ich weiß nicht, wie viel oder wie wenig Zeit ich haben werde. Ich kann nicht darüber verfügen, und ich kann das nur sehr wenig beeinflussen. Aber ich kann jeden Tag als Geschenk sehen. Und ich kann die Zeit, die ist, aus Gottes Hand nehmen und sie gestalten: Meine Gegenwart. Sie ist es, die mich innerlich reich, die mich glücklich machen kann. Immer nur verschieben – das bringt nichts. Und die Zeit, die war? Auch sie ist in Gottes Hand. Ich kann nicht ändern, was gewesen ist, ich kann die „Altlasten" nicht einfach verschwinden lassen. Aber ich kann sie Gott anvertrauen, kann sie bei ihm abladen. Und wenn ich so in jeden neuen Tag gehen kann, dass ich mein Gestern, mein Heute und mein Morgen in Gottes Hand weiß – vielleicht hat dann jeder neue Tag etwas vom Zauber des Anfangs. Wer weiß? Svenja Koch, Pfarrerin im Kirchspiel Obergude |